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Fahrzeugvollverklebung – Auto folieren

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – dies gilt auch bei der Farbe des Autos. Viele Autofahrer entscheiden sich für die klassischen Farben Schwarz, Grau oder Weiß. Doch kann es passieren, dass der Autobesitzer Lust auf ein neues Farbdesign bekommt. Umlackierungen sind allerdings ziemlich teuer. Aber es gibt eine weitere Möglichkeit, sein Auto optisch umzugestalten: durch Folierung. Bei diesem Verfahren, auch Car-Wrapping genannt, wird das Fahrzeug mit einer speziellen Folie vollverklebt. Doch stellt dies wirklich eine sinnvolle Alternative zum Lackieren dar? Wie werden folierte Automobile gereinigt und gepflegt? Und wie hoch sind die Kosten für das Folieren?

Wie funktioniert das Folieren?

Viele Eigentümer von Gebrauchtwagen kennen das Problem: Mit dem Auto selbst ist man zufrieden, wenn da nicht die Farbe wäre, die zwar dem Vorbesitzer offensichtlich gefallen hat, einem selbst allerdings weniger zusagt. Andere Autofahrer lieben es hingegen, ihr Fahrzeug möglichst individuell zu gestalten, etwa durch bestimmte Muster (z.B. Flammen oder Ornamente etc.), um dem Vehikel einen persönlichen Touch zu geben oder einfach, um aus der Masse hervorzustechen.

Beide Fälle stellen eine typische Zielgruppe für das Folieren dar. Doch wie genau läuft das Car-Wrapping eigentlich ab? Nachdem sich der Autobesitzer mit einem Betrieb, der die Folierung anbietet (z.B. Carfrogger) auf eine Farbe und/oder ein bestimmtes Muster geeignet hat, wird das Fahrzeug mit der Folie vollverklebt. Wahlweise wird nur der Außenbereich oder auch der Innenbereich (lackierte Innentüren, Einstiege) beklebt.

Ablauf des Folierens

Soll es zu einem professionellen Ergebnis kommen, sollte auf jeden Fall statt einer Hinterhofwerkstatt ein Fachbetrieb aufgesucht werden, der mit dem Ablauf gut vertraut ist. Sonst kann es zu unschönen Überraschungen kommen, etwa, wenn sich Wellen und Blasen in der verklebten Folie befinden oder sich die Wrapping-Folie an den Randstellen ablöst.

Die Folierung selbst gliedert sich in mehrere Arbeitsprozesse: Zunächst einmal erfolgt die Vorbereitung. Die Karosserieteile werden genau vermessen, damit passende Folienzuschnitte angefertigt werden können – schließlich soll es nicht zu Überlappungen oder einem Flickenteppich aus Folienteilen kommen. Im Anschluss daran wird das Automobil gründlich gereinigt, sowohl von grobem Schmutz, Staub, Rost, als auch von Rückständen wie Öle und Fette – all das könnte sich sonst unter der Folie abzeichnen. Damit die Wrapping-Folie einwandfrei kleben bzw. am Fahrzeug haften kann, muss die Oberfläche entfettet werden. Insgesamt kann der Reinigungsvorgang mehrere Stunden dauern.

Ablauf des Car-Wrapping
Bei der eigentlichen Folierung wird im Team gearbeitet: Schritt für Schritt werden die Folienzuschnitte auf die unterschiedlichen Karosserieteile angebracht. Die Erhitzung der Wrapping-Folie (meist wird ein spezieller Industrieföhn verwendet) führt dazu, dass sich diese faltenfrei an das Fahrzeug anlegt. Nach der vollständigen Verklebung erfolgt die Verarbeitung, d.h. überstehende Folienreste werden fachmännisch entfernt. Besonders präzise muss an Kanten und Ecken gearbeitet werden, damit der sich darunter befindliche Lack nicht mehr zu sehen ist. Dies geschieht durch das Umlegen der Folie an den Rändern.

Im letzten Arbeitsschritt erfolgt nochmals eine Erhitzung auf eine Temperatur zwischen 90 und 100 Grad Celsius, damit die Folie die sogenannte Rückzugseigenschaft verliert. Bei der im Anschluss stattfindenden Endkontrolle werden alle folierten Karosserieteile noch einmal vollständig überprüft. Nun kann das vollverklebte Automobil an den Besitzer übergeben werden. Oft findet nach vier Wochen eine Nachkontrolle statt, da es zu Bewegungen des Materials kommen kann, die aber durch das Fachpersonal ohne weiteres behoben werden können.

Vor der Folierung werden die einzelnen Karosserieteile vermessen
Das Car-Wrapping gliedert sich in verschiedene Arbeitsprozesse
Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Qualität ist beim Car-Wrapping entscheidend

Nicht nur die Art und Weise der Durchführung des Car-Wrappings hat enormen Einfluss auf das Endergebnis, auch die Folie selbst spielt eine wichtige Rolle. Generell sind Wrapping-Folien renommierter Hersteller zu empfehlen. Diese kosten zwar etwas mehr, dafür wird aber auch bis zu sieben Jahre Garantie auf das Material gegeben. Ablösungen oder Ausbleichungen dürften dann kein Thema sein. Eine gute und langfristige Haltbarkeit wird mit sogenannten gegossenen Folien erzielt, da diese UV-lichtbeständig und -undurchlässig sind und ihnen darüber hinaus Salzwasser nichts anhaben kann – ein entscheidender Gesichtspunkt in der kalten Jahreszeit. Außerdem sind gegossene Folien mit einem Luftkanalkleber ausgestattet, der beim Bekleben noch einmal in seiner Position verändert werden kann, d.h. Blasen und Wellen können bei der Folierung rückstandlos weggedrückt werden. Die andere Möglichkeit sind die günstigeren kalandrierten Folien, welche aber eher für gerade Flächen geeignet sind und sich langfristig auf dem Fahrzeug weniger bewähren.

Es gibt matte und glänzende Wrapping-Folien, hier ist der individuelle Geschmack entscheidend. Knallige und sehr helle Farbtöne wie Rot, Gelb oder Weiß gelten übrigens als schwieriger zu verarbeiten als beispielsweise Schwarz, Dunkelblau oder Grau, da bereits kleine Lücken, auch wenn sie nur wenige Millimeter breit sind, ins Auge stechen. Bei schwarzen Folien fallen diese kleinen Fehler hingegen weniger auf.

Sollte das Auto eines Tages verkauft werden, kann die Folie einfach entfernt werden, ohne dass der darunter liegende Lack Schaden nimmt. Der Lack selbst hat seinen Glanz behalten, schließlich war er mit der Wrapping-Folie gut eingepackt und vor Witterungseinflüssen und Umweltfaktoren wie z.B. Steinschlag geschützt.

Reinigung und Pflege eines folierten Fahrzeugs

Bei der Reinigung eines folierten Automobils gibt es keine nennenswerten Unterschiede zu den herkömmlichen, lackierten Fahrzeugen – allerdings sollten ein paar Kleinigkeiten beachtet werden. Alle Folien sind prinzipiell waschanlagentauglich; allerdings dürfen keine Waschprogramme mit Heißwachs gewählt werden, da es sonst zu einer Blasenbildung kommen kann, die nicht reparabel ist.

Wird das Auto per Hand gereinigt, sollte auf die gängigen Reinigungsprodukte verzichtet werden, da diese für lackierte Oberflächen konzipiert sind. Wollen Sie groben Schmutz wie Vogelkot entfernen, empfiehlt sich ein normaler Glasreiniger. Keinesfalls dürfen Alkohol oder andere Lösungsmittel verwendet werden, diese können großen Schaden anrichten. Es gibt auf dem Markt spezielle Fleckentferner und Autoshampoos, die für folierte Automobile entwickelt wurden.

Einige Dinge sollten bei der Reinigung von folierten Autos beachtet werden
Für folierte Fahrzeuge gibt es spezielle Pflegeprodukte, z.B. Autoshampoos
Foto: BettinaF / pixelio.de

Ratsam ist das regelmäßige Versiegeln mit einem für Folien geeigneten Produkt, da die Fahrzeuge so vor Witterungseinflüssen besser geschützt sind und sich ihre Haltbarkeit verlängert.

Ist ein kleiner Kratzer in der Wrapping-Folie entstanden? Die Beseitigung ist meist kein Problem, diese können durch eine Politur wieder behoben werden. Dafür müssen Sie sich jedoch eine spezielle Folienoberflächenpolitur anschaffen, die im Fachhandel ohne weiteres erhältlich ist.

Car-Wrapping – die Kosten

Das professionelle Folieren hat seinen Preis, allerdings ist es immer noch deutlich günstiger als die komplette Umlackierung des Fahrzeugs. Die Preisspanne bewegt sich grob geschätzt zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Wie hoch die Kosten letztlich sind, hängt von mehreren Faktoren ab: der Farbton der Wrapping-Folie, die Folienart (gegossen oder kalandriert), die Größe und der Aufbau des zu folierenden Automobils, die Dauer des Car-Wrappings in Arbeitsstunden sowie der Aspekt, ob es sich um eine reine Außenfolierung handelt oder ob Teile des Innenraums (Türen und Einstiege) ebenfalls foliert werden sollen.

Für die Vollverklebung eines Klein- bzw. Kompaktwagens müssen Sie mit etwa 1.500 bis 2.000 Euro rechnen. Soll hingegen ein Kombi, ein Van, ein Cabrio oder ein Transporter foliert werden, beginnen die Preise bei ca. 2.000 Euro. Manchmal wird jedoch gewünscht, dass nur Einzelteile des Fahrzeugs foliert werden, z.B. nur die Motorhaube, das Dach, der Koffertaumdeckel oder die Außenspiegel. In diesem Fall fallen die Kosten für das Car-Wrapping natürlich entsprechend geringer aus (etwa 100 bis 500 Euro).

Wer Lust an der optischen Umgestaltung seines Autos hat, für den kann die Vollverklebung sicherlich eine lohnenswerte Alternative sein – den Gestaltungswünschen und -möglichkeiten sind jedenfalls praktisch keine Grenzen gesetzt.